Orthopädie Freudenstadt

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Achillessehne
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Achillessehne

Bei Verletzungen ohne komplette Durchtrennung oder Riss der Achillessehne (komplette Ruptur) kann eine Selbstbehandlung versucht werden. Wenn die Verletzung eine Folge von Überlastung ist, wird es bald zu einer Besserung kommen. Falls keine deutliche Besserung in 10 Tagen eintritt sollte eine Vorstellung bei einem/-r Orthopäden/-in erfolgen. Er/sie wird die erforderliche Diagnostik durchführen, eine Diagnose stellen und mit Ihnen die weitere Therapie planen! Je länger Sie mit einer Verletzung weiter trainieren, umso länger dauert anschließend der Genesungsprozess.



Möglichkeiten der Selbstbehandlung von Achillessehnenschmerzen

Kältebehandlung - mehrmals pro Tag für ca. 10 Minuten

Entzündungshemmendes Medikament: zur Verminderung von Schmerzen und Entzündung können Medikamente eingesetzt werden (z.B. Aspirin).

Keine schmerzhemmenden Medikamente beim Laufen: schmerzhemmende und entzündungshemmende Medikamente verlangsamen körpereigene Reparaturvorgänge.

Dehnung benachbarter Gewebe: es ist wichtig, die benachbarten Gewebe und angrenzenden Muskeln zu dehnen. Gewebe, das schmerzt, sollte nicht gedehnt werden. Wenn bei der Dehnung Schmerzen auftreten, sollte man unbedingt sofort aufhören, nicht mehr weiter dehnen!(siehe Physiotherapie).



Verminderung des Trainings
Wenn die Verletzung eine Folge von Überlastung ist, wird es bei einer Verringerung des Trainingspensums bald zu einer Besserung kommen. Sollte es innerhalb von zehn Tagen nicht zu einer deutlichen Besserung kommen, so sollte eine Vorstellung bei einem/-r Orthopäden/-in erfolgen.

Auch wenn es während des Laufens zu einer Besserung der Beschwerden kommt, sollte nicht weiter gelaufen bzw. trainiert werden. Trotz einer Beschwerdebesserung beim Laufen kann es zu weiteren Verletzungen der Sehnenstrukturen kommen. Am nächsten Tag deswegen oft vermehrt Schmerzen



Kompletter Achillessehnenriss (Ruptur)

Dies ist eine schwere Verletzung der Achillessehne, bei der ein Komplett-Riss der Sehne vorliegt. Bei dieser Verletzung ist das Patientenprofil „Verletzter Krieger“ typisch:

  • Männer, Alter ca. 40 Jahre (30-50).
  • Es gibt in 15 % der Fälle vor dem Riss Warnsymptome (Prodromalstadium), die aber übersehen werden.
  • 75 % der Verletzungen entstehen beim Sport, die Betroffenen sind jedoch häufig wenig trainierte Sportler.
  • Die Verletzung wurde durch Beschleunigung bzw. abruptes Abstoppen verursacht (Beschleunigung/Abstoppung).
  • Die Betroffenen haben oft das Gefühl, jemand habe sie „von hinten getreten“.
  • Es gab einen hörbaren und fühlbaren Riss.



Symptome

  • Eine Delle ist tastbar
  • Stehen auf den Zehen ist nicht mehr möglich (schwache Plantarflexion)


Diagnostische Maßnahmen

  • Röntgen (Ausschluss eines knöcherner Ausrisses)
  • Ultraschall
  • Eher selten: Kernspintomographie



Therapie

  • konservative Therapie (eher ältere Patienten) mit Gips oder Spezialschuh
  • operative Behandlung (eher jüngere Patienten)

Beide Behandlungen haben Vor- und Nachteile. Die Entscheidung fällt der/die behandelnde Arzt/Ärztin gemeinsam mit dem Patienten.

Die Nachbehandlung dauert 4 Wochen bis 6 Monate!

Chronischer Achillessehnenriss (Ruptur)

Bei dieser Verletzung ist das folgende Patientenprofil typisch:

  • Männer und Frauen von 35 bis 60Jahren
  • Eine akute Verletzung wurde falsch diagnostiziert
  • Es gab wiederholt Teilverletzungen
  • Cortison-Injektionen
  • Einnahme von Antibiotica (z.B. Fluorochinolone, Ciprofloxacin)



Symptome

Häufig treten mehr als zwei Jahre die folgenden Symptome auf:

  • Delle tastbar
  • Stehen auf den Zehen ist nur noch schwer möglich (schwache Plantarflexion)


Diagnostische Maßnahmen

  • Röntgen (Ausschluss eines knöcherner Ausrisses)
  • Ultraschall
  • Häufig: Kernspintomographie



Therapie

  • Konservative Therapie: physikalische Therapie, entzündungshemmende Medikamente, Gangtraining;
  • Experimentelle Therapie: Stoßwellentherapie;
  • Ruhigstellung in Gips oder Spezialschuh;
  • operative Behandlung: Sehnenplastiken, gegebenenfalls mit Eigengewebe, Kunstgewebe oder auch Spendergewebe.


Nachbehandlung

6 Wochen bis 9 Monate!

Schmerzen und eine Schwellung der Achillessehne oberhalb der Achillessehnenansatzes. Was ist das und wie wird das therapiert?

Es handelt sich hierbei am ehesten um eine Entzündung, häufig auch um einen Umbau der Achillessehne (Tendinose/Tendinitis). 6-18% aller Fälle sind Laufverletzungen.

Bei dieser Verletzung ist das folgende Patientenprofil typisch:

  • Männer sind häufiger betroffen als Frauen
  • Falsches Dehnen, Falsches Training, falsche und/oder schlechte Schuhe
  • Wiederholte Cortisoninjektionen, Einnahme cortisonhaltiger Medikamente, Antibioticaeinnahme (z.B. Fluorochinolone, Ciprofloxacin)
  • Starke Pronation, Valgusstellung der Ferse
  • Rheuma, Gicht
  • Mit zunehmendem Alter wiederholte Microtraumen



Klinische Symptome

  • Symptome oberhalb (proximal) des Ansatzes der Achillessehne;
  • Peritendinitis – unveränderte Position der Verdickung bei Bewegung des Fußes durch relativ fixe Position des Sehnengleitgewebes;
  • Pantendinitis – die schmerzhafte spindelförmige Verdickung verändert die Position und geht mit der Sehne bei der Bewegung des Fußes mit;


Diagnostische Maßnahmen

  • Röntgen ist oft wenig hilfreich
  • Ultraschall
  • gute Diagnostik mit Kernspintomographie möglich



Therapie

  • Konservative Therapie (vor allem bei akuten Symptomen),
  • Veränderungen der Schuhe (Alignment), Fersenkeil
  • entzündungshemmende Medikamente (z.B. Ibuprofen) für limitierte Zeit
  • progressives Dehnen,
  • physikalische Therapie,
  • manuelle Therapie
  • operative Therapie (bei chronischen Verläufen häufig notwendig)
  • offene und percutane Methoden kommen zur Anwendung
  • Stoßwellentherapie (experimentell)



Schmerzen und eine Schwellung direkt am Achillessehnenansatz. Was ist das und wie wird das therapiert?


Es handelt sich hierbei am ehesten um eine Entzündung, häufig auch um einen Umbau des Achillessehnenansatzes (Ansatz-Tendinopathien, Tendinose/Tendinitis). 20% aller Achillessehnenerkrankungen zählen zu diesem Krankheitsbild.

Gleichzeitig liegt oft eine Schleimbeutelentzündung vor (20% aller Achillessehnenerkrankungen).

Bei dieser Verletzung ist das folgende Patientenprofil typisch:

  • Typisches Überlastungssyndrom
  • Bei Sportlern im Alter von 20 bis 30 Jahren
  • Häufig Läufer, Tänzer, Tennis- oder Fußballspieler, typische Sportarten mit Stop and Go
  • Bei Nichtsportlern: älter als 45 Jahren, es sind mehr Frauen als Männer betroffen
  • Klinische Symptome: Hinterer Fersenschmerz am Übergang Sehne/Knochen
  • seitlicher äußerer (lateraler) Fersenschmerz, häufig mit Verdickung
  • Punktförmiger Schmerz bei Dorsalflexion



Diagnostische Maßnahmen

  • Röntgen (wichtig bei Haglundsporn und Verkalkungen!)
  • Ultraschall
  • oft Kernspintomographie


Behandlung

  • Konservative Behandlung (in 95% der Fälle erfolgreich),
  • Schuhveränderung und Einlagenversorgung
  • Fersenerhöhung
  • Ruhigstellung in Gips oder Spezialschuh
  • Stoßwellentherapie (experimentell)
  • physikalische Therapie, z.B. Elektrotherapie, Ultraschall
  • Operative Therapie (z.B. Abtragung Haglundsporn etc.)